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  • Brennen Holzhäuser häufiger als Steinhäuser?

    Hausbrand im Holzhaus

    Es hält sich hartnäckig der Glaube, dass Holzhäuser im Vergleich zu Massivbauten aus Ziegel oder Beton ein deutlich größeres Brandrisiko bergen. Da Holz im Kamin hervorragend brennt, vermuten viele angehende Bauherren und Hauskäufer eine erhöhte Gefahr für ihr Gebäude. Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Statistische Auswertungen und bauphysikalische Tests belegen, dass Holzhäuser keineswegs häufiger brennen als Steinhäuser.

    In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Wohnungsbrände tatsächlich entstehen, wie sich massives Holz im Vergleich zu Ziegel, Beton und Stahl unter Hitzeeinwirkung verhält, welche gesetzlichen Brandschutzbestimmungen in Österreich gelten und mit welchen praktischen Maßnahmen Sie für maximale Sicherheit sorgen.

    Wie entstehen Hausbrände wirklich?

    Die Bauweise eines Gebäudes entscheidet nicht darüber, ob ein Feuer ausbricht. Ein Brand entsteht nahezu nie spontan an den tragenden Außenwänden oder der Bausubstanz, sondern fast ausschließlich im Gebäudeinneren.

    Die Statistik zeigt eindeutig, dass Elektrizität sowie menschliches Fehlverhalten die Hauptursachen für Wohnungsbrände bilden. Zu den häufigsten Auslösern zählen:

    • Technische Defekte an Haushaltsgeräten wie Kühlgeräten, Wäschetrocknern oder Geschirrspülern
    • Überlastete oder unsachgemäß verlegte Mehrfachsteckdosen
    • Unbeaufsichtigte Kerzen oder Unachtsamkeit beim Umgang mit offenem Feuer
    • Brandgefährliche Situationen in der Küche, etwa überhitztes Speiseöl
    • Glimmende Zigarettenkippen auf Polstermöbeln oder Teppichen

    In Österreich zeigen Untersuchungen zu Gebäudebänden mit Personenschäden, dass Zündquellen wie Zigarren, Zigaretten und Kerzen sowie Herde, Heizgeräte und elektrische Anlagen den Großteil aller Brände verursachen. Europäische Vergleichsstudien bestätigen zudem, dass Gebäude in Holzbauweise keine höhere Brandentstehungshäufigkeit aufweisen als Bauten aus Ziegel oder Beton.

    Ein Entstehungsbrand greift zuerst auf die Inneneinrichtung über. Vorhänge, Teppiche, Tapeten und Polstermöbel liefern dem Feuer Nahrung. Dabei entstehen hohe Temperaturen und toxische Brandgase. Diese giftigen Rauchgase stellen die größte Gefahr für Bewohner dar, da sie rasch zur Bewusstlosigkeit führen. Die Standsicherheit der Wände spielt in dieser ersten kritischen Phase für die Rettung der Personen noch gar keine Rolle.

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    Brandverhalten von Holzhäusern: Berechenbarer Abbrand

    Damit ein dicker Holzbohlen brennt, benötigt er extrem hohe Temperaturen. Holz entzündet sich erst bei einer Fremdeinwirkung ab etwa 230 °C, und eine selbstständige Verbrennung ohne äußere Wärmequelle setzt meist erst ab 260 °C ein.

    Wenn ein Vollbrand im Raum auf die hölzerne Bausubstanz übergreift, zeigt das Material Holz ein bemerkenswertes und berechenbares Schutzverhalten:

    • Carbonisierung (Verkohlung): Bei Hitzeeinwirkung verkohlt Holz an der Oberfläche. Diese äußere Kohleschicht wirkt wie eine natürliche Dämmschicht.
    • Sauerstoffstopp: Die Verkohlung bremst das Vordringen von Sauerstoff in das Innere des Bauteils und verlangsamt den weiteren Abbrand deutlich.
    • Tragfähiger Kern: Der Innere Bereich des Holzes (der Restquerschnitt) bleibt unterhalb der Verkohlungsschicht weitgehend unbeschädigt und behält seine volle statische Tragfähigkeit sowie seine Festigkeit.

    Für die Bemessung von Holzbauteilen nutzen Ingenieure standardisierte Rechenverfahren gemäß Eurocode 5. Fichtenholz brennt beispielsweise mit einer sehr gleichmäßigen und bekannten Geschwindigkeit von etwa 0,65 bis 0,7 mm pro Minute ab. Dadurch lässt sich exakt berechnen, wie lange eine tragende Wand oder ein Deckenbalken im Brandfall standhält.

    Durch ausreichend dimensionierte Holzquerschnitte oder den Schutz mit nicht brennbaren Plattenwerkstoffen lassen sich Feuerwiderstandsklassen von R 30, R 60 oder mehr problemlos erreichen. So bleibt den Bewohnern ausreichend Zeit, das Gebäude sicher zu verlassen. Mehr zu den Vorteilen von Holz als Baustoff erfahren Sie im Beitrag zum gesunden Wohnen mit der Natur.

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    Brandverhalten von Massivhäusern: Ziegel, Beton und Stahl

    Steinhäuser gelten im allgemeinen Sprachgebrauch als unbrennbar. Ziegel, Beton und Stahl brennen zwar selbst nicht, zeigen unter extremer Hitzeeinwirkung jedoch spezifische Schwachstellen:

    • Stahlbauteile: Freiliegender Baustahl verliert bei Temperaturen ab ca. 400 °C zügig seine Festigkeit. Bei 600 °C bis 800 °C kann unverkleideter Stahl schlagartig nachgeben und zum plötzlichen Einsturz von Dachkonstruktionen führen.
    • Stahlbeton: Beton dehnt sich bei Erwärmung anders aus als der darin liegende Armierungsstahl. Dies führt zu inneren Spannungen, Rissbildungen und Abplatzungen der Betondeckung. Dadurch liegt der Bewehrungsstahl direkt im Feuer und verliert seine Tragfähigkeit.
    • Mauerwerk: Ziegelwände sind sehr feuerbeständig, büßen aber ohne schützenden Putz oder bei extrem langer Branddauer an Festigkeit ein.

    Während Holz langsam und stetig von außen nach innen brennt, kann das Versagen von überhitzten Stahl- oder Stahlbetonträgern überraschend eintreten. Für Rettungskräfte ist die verbleibende Standsicherheit bei einem fortgeschrittenen Gebäudebrand in Massivbauweise daher oft schwer einzuschätzen. Ergänzende Informationen zum thermischen Verhalten verschiedener Baustoffe finden Sie im Artikel zur Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung im Holzhaus.

    Brandschutzbestimmungen in Österreich: OIB-Richtlinie 2

    In Österreich gelten strenge rechtliche Vorgaben für die Feuersicherheit von Bauwerken. Die maßgeblichen technischen Grundlagen sind in der OIB-Richtlinie 2 (Brandschutz) des Österreichischen Instituts für Bautechnik verankert.

    Die Vorschriften unterscheiden nicht pauschal zwischen Holz- und Steinbauten, sondern teilen Gebäude nach ihrer Nutzung, Höhe und Fläche in verschiedene Gebäudeklassen (GK 1 bis GK 5) ein:

    • Gebäudeklasse 1 und 2: Hierzu zählen frei stehende Einfamilienhäuser sowie kleinere Reihenhäuser. Für tragende Bauteile in oberirdischen Geschossen wird meist ein Feuerwiderstand von R 30 gefordert.
    • Gebäudeklasse 3 und 4: Bei mehrgeschossigen Wohnbauten steigen die Anforderungen an tragende und raumabschließende Bauteile auf R 60 beziehungsweise REI 60.
    • Wohnungstrennwände: Trennwände zwischen unterschiedlichen Nutzungseinheiten müssen je nach Gebäudeklasse strenge Kriterien bezüglich Tragfähigkeit (R), Raumabschluss (E) und Wärmedämmung (I) erfüllen.
    • Fluchtwege: Aus jedem Aufenthaltsraum muss ein sicherer Fluchtweg erreichbar sein. Die maximale Gehfolgelänge bis zu einem sicheren Ausgang ins Freie oder einem geschützten Treppenhaus darf höchstens 40 Meter betragen.
    • Rauchwarnmelder: Gemäß OIB-Richtlinie 2 müssen in Wohnungen alle Aufenthaltsräume – mit Ausnahme der Küche – sowie Gangbereiche, die als Fluchtweg dienen, mit mindestens einem Rauchwarnmelder ausgestattet sein.

    Unabhängig davon, ob Sie eine Baugenehmigung benötigen oder verfahrensfrei bauen, müssen alle brandschutztechnischen Vorgaben strikt eingehalten werden. Details zu den rechtlichen Schritten finden Sie in unseren Übersichten zu den Bauvorschriften für Holzhäuser in Österreich sowie zum Thema Bauen ohne Baugenehmigung.

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    Brandprävention im Blockbohlenhaus

    Ob Sie ein kompaktes Gartenbüro, ein Wochenenddomizil oder ein bezugsfertiges Gebäude nutzen: Mit präventiven Schutzmaßnahmen reduzieren Sie das Risiko eines Entstehungsbrandes auf ein Minimum.

    • Professionelle Elektroinstallation: Lassen Sie sämtliche Leitungen, Steckdosen und Fixanschlüsse stets von einem Fachbetrieb ausführen. Fehlerhafte Kabelverbindungen sind die häufigste Ursache für Schwelbrände.
    • Sicherer Umgang mit Mehrfachsteckdosen: Überlasten Sie Steckerleisten nicht durch den gleichzeitigen Betrieb mehrerer leistungsstarker Geräte. Halten Sie Steckdosen trocken und fern von brennbaren Materialien.
    • Rauchwarnmelder montieren: Installieren Sie qualitätsgeprüfte Rauchmelder in allen Schlafräumen und Fluren. Auch in großen Gartenhäusern oder bei der Nutzung als Zweitwohnsitz erhöhen diese Geräte die Sicherheit entscheidend.
    • Feuerlöscher bereithalten: Platzieren Sie einen betriebsbereiten Schaum- oder Pulverlöscher an gut zugänglicher Stelle.
    • Vorsicht beim Kochen und Erhitzen: Löschen Sie Fettbrände in der Küche niemals mit Wasser, da dies zu einer Fettexplosion führt. Ersticken Sie die Flammen stattdessen mit einem passenden Topfdeckel oder einer Löschdecke.
    • Auf ausreichende Wandstärken achten: Massive Wandbohlen bieten neben statischer Stabilität auch einen besseren natürlichen Feuerwiderstand. Informieren Sie sich zu den U-Werten von Holzbauten und wählen Sie bei Wohnnutzung entsprechende Stärken.

    Sollten Sie Ihr Holzgebäude als zusätzlichen Wohnraum oder Freizeitwohnsitz nutzen wollen, gibt der Leitfaden zum Dauerhaften Wohnen im Gartenhaus wertvolle Hinweise zu Dämmung, Heizung und Genehmigungen. Für kleinere Projekte bieten Modelle aus der Kategorie der mittelgroßen Gartenhäuser eine hervorragende Basis.

    Richtiges Verhalten im Brandfall

    Bricht trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Feuer aus, entscheidet besonnenes und schnelles Handeln über die Sicherheit aller Personen.

    • Personen retten: Warnen Sie alle Mitbewohner und helfen Sie Kindern sowie hilfsbedürftigen Personen umgehend beim Verlassen des Gebäudes.
    • Löschversuch bei Kleinbränden: Versuchen Sie nur dann, den Brand selbst mit einem Feuerlöscher oder einer Löschdecke zu bekämpfen, wenn keine dichte Rauchbildung vorliegt und Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen.
    • Gefahrenbereich verlassen: Lässt sich das Feuer nicht sofort unter Kontrolle bringen, verlassen Sie umgehend das Haus. Schließen Sie beim Rückzug nach Möglichkeit Türen und Fenster, um dem Brand den Sauerstoff zu entziehen.
    • Notruf wählen: Alarmieren Sie unverzüglich die Feuerwehr unter der Notrufnummer 122 (in Österreich) und weisen Sie die Einsatzkräfte vor Ort ein.

    Sicherheit und Tragfähigkeit von Holzbauten im Überblick

    Holzhäuser brennen weder häufiger noch unkontrollierter als Gebäude aus Ziegel oder Beton. Wohnungsbrände entstehen durch elektrische Defekte oder menschliche Unachtsamkeit an der Einrichtung und nicht an der Tragstruktur der Wände.

    Durch die natürliche Verkohlung der Holzoberfläche bildet sich bei hohen Temperaturen eine schützende Dämmschicht, die den Abbrand des inneren Holzes verlangsamt. Tragende Holzkonstruktionen behalten dadurch ihre Stabilität über einen exakt berechenbaren Zeitraum bei. Zusammen mit den Vorgaben der österreichischen OIB-Richtlinie 2 und modernen Präventionsmaßnahmen bietet das Bauen mit Holz einen vollwertigen, sicheren und langlebigen Lebensraum.

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    Häufig gestellte Fragen

    Brennen Holzhäuser häufiger oder schneller als Steinhäuser?

    Nein. Statistische Daten und bauphysikalische Untersuchungen zeigen, dass Holzhäuser nicht häufiger brennen als Massivbauten. Brände entstehen primär durch elektrische Defekte oder Unachtsamkeit an der Einrichtung im Gebäudeinneren, unabhängig vom Baustoff der Wände.

    Warum bieten massive Holzbauteile im Brandfall eine hohe Stabilität?

    Bei starken Temperaturen bildet sich an der Oberfläche von Holz eine Kohleschicht. Diese Carbonisierung schützt das Innere vor schneller Erwärmung und hemmt die Sauerstoffzufuhr. Der innere Restquerschnitt behält seine statische Tragfähigkeit über einen klar berechenbaren Zeitraum bei.

    Welche gesetzlichen Brandschutzauflagen gelten in Österreich für Holzhäuser?

    In Österreich regelt die OIB-Richtlinie 2 die Anforderungen an den Brandschutz. Diese gelten je nach Gebäudeklasse und Bauteilfunktion. Das Bauen mit Holz ist rechtlich vollständig etabliert, sofern geforderte Feuerwiderstandsklassen wie R 30 oder R 60 eingehalten und Rauchwarnmelder installiert werden.

    Quellen

    1. BVS Oö – Brandschadenstatistik Österreich 2019
    2. Österreichisches Institut für Bautechnik – OIB-Richtlinie 2: Brandschutz (Mai 2023)
    3. European Commission Joint Research Centre – Fire safety in timber buildings
    4. DIVA Portal – Statistical Analysis of Fires in Timber Structures
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